Schüleraustausch im dänischen Glamsbjerg

Doch mal ehrlich: Woran liegt es, dass die Dänen so verdammt glücklich sind? Das Geheimnis steckt in Hygge. So heißt die dänische Lebensphilosophie und bedeutet so viel wie „Gelassenheit“ oder „gemütliches Beisammensein“. Genau diese Einstellung wusste die Umwelt-AG (Joèl Bodtmann, Lukas Kabuth, Java Nowack, Kevin Schmale, Tim Kutofsky, Lukas Graf und Adrian Geißler) der 7. Klasse an den Tag zu legen, als sie gleich mehrere Anschlusszüge auf ihrer Hinreise nach Glamsbjerg verpasste. Oder überwogen nur Neugier und Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen?

Denn es stand der erste Schüleraustausch im Rahmen des EU-Projekts MASENI (Managing Schools' Environmental Impact) auf dem Programm, bei dem die AEG-Schüler mit ihren Projektpartnern aus Spanien und Estland in Dänemark zusammenkamen. Am Bahnhof angekommen, nahmen die dänischen Hosts ihre deutschen Austauschpaten herzlich in Empfang. Teil des ERASMUS+-Projekts war neben der inhaltlichen Arbeit nämlich auch die Begegnung mit Land und Leuten. Einige Hosts sprachen ein wenig Deutsch, aber hauptsächlich wurde sich auf Englisch unterhalten.

Nachdem die Schüler gleich montagmorgens in einigen Unterrichtsstunden reinschnuppern durften, lernten sich alle Teilnehmer bei sportlichen Aktivitäten besser kennen, um abends bei der Willkommensparty bei live gespielter dänischer Volksmusik einen traditionellen Tanz einzustudieren, der des Öfteren in einem unkoordinierten Menschenknäuel endete und somit für manchen Lacher sorgte.

Die thematische Arbeit in der Woche stand ganz im Zeichen des Wassers. Im Vorfeld hatten die Schüler aller Nationen die Aufgabe bekommen, sich Gedanken zum Thema „Wasser – eine wichtige Ressource“ zu machen und eine Präsentation vorzubereiten. Bei der Vorstellung der Ergebnisse lauschten Schüler aus Estland, Spanien und Dänemark gespannt der Präsentation der Umwelt-AG des Albert-Einstein-Gymnasiums. Grafiken erläuterten den durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland und des AEGs sowie die Frage, wie das Fleisch auf unseren Tellern mit unserem virtuellen – den unsichtbaren – Wasserverbrauch zusammenhängt. Die Theorie wurde im Verlauf des Projekts mit der Praxis verknüpft. So wurden heimische Wasserproben untersucht und mit denen der anderen Länder verglichen, Haie seziert, eigenhändig Krabben aus der Ostseeinsel Bogø gefischt, die gleich am Strand gekocht und verspeist wurden, oder es wurde eine Kläranlage besichtigt.

Das Programm ließ abseits der Projektarbeit noch genügend Zeit den dänischen „Way of Life“ auf eigene Faust zu erkunden. Odense war nach dem Besuch in einem Museum, was dem berühmten Märchenerzähler Hans Christian Andersen gewidmet ist, einen Stadtbummel wert oder man machte sich kurzerhand mit seiner Gastfamilie zu einem Angelausflug auf – ganz Hygge eben.

Nach einem erlebnis- und erfolgreichen Kurzzeitaustausch kam die Zeit, Abschied zu nehmen. Dabei fiel es einigen unserer Schüler sichtlich schwer, in den Zug nach Hameln zu steigen, und die Gastfamilien waren bei der Abreise voll des Lobes. Der nächste Austausch hat im Mai das Ziel Granada, wo die spanischen Hosts bereits ein herzliches Willkommen planen…

Tim Kaminski & Henning Köhlmann

 

 

 

 

 

Zum Seitenanfang