„Vor acht Jahren, im August 2011, wurden Sie am Albert-Einstein-Gymnasium eingeschult, dem Jahr, in dem der niedersächsische Doppeljahrgang seine Abiturprüfung abgelegt hat. Nun sind Sie der letzte Jahrgang, der als G8 das Abiturzeugnis erhält.“ Schulleiter Christian Schmidt wies im Rahmen der Verleihung der Reifezeugnisse an die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2019 am Albert-Einstein-Gymnasium Hameln (AEG) auf zwei Besonderheiten dieses Abiturs hin. Aber bei diesen Besonderheiten hört es nicht auf.

„Sie sind für mich aber auch aus anderen Gründen ein ganz besonderer Jahrgang“, so der scheidende Oberstudiendirektor weiter, der ab dem 1. August als Schulleiter an das Matthias-Claudius-Gymnasium in Gehrden versetzt wird. Denn der Jahrgang „Abi 2019“ stehe für ihn als „der letzte, den ich als Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums vollständig durch die Qualifikationsphase bis hierher begleiten durfte und darüber hinaus der erste Jahrgang, der mit Computerklassen im Jahrgang 7 gestartet ist und diese Laptops auch als Hilfsmittel in der Abiturprüfung verwendet hat.“

Begleitet wurde die Verabschiedung der Abiturienten, die erneut in der großen Aula des AEG stattfand, vom Orchester unter der Leitung von Maren Dörner, das Filmmusikklassiker von „Game of Thrones“ bis zu „Guardians of the Galaxy“ intonierte. Oberbürgermeister Claudio Griese hielt als Grußwort der Stadt Hameln eine warmherzige, sehr positive Rede gehalten. Tenor: „Der Ernst des Lebens kommt tatsächlich, auch wenn man es nicht glaubt." Für die Lehrerschaft präsentierte Christoph Lehmann eigene Fotos aus Schüler- und Studentenzeiten und zeigte dabei sehr humorvoll, wie er sich verändert hat. Für die Schülervertretung hielten Melina Petersen und Leon Kohrs eine Ansprache. Das AEG glänzt auch in diesem Jahr durch besonders gute Leistungen und Ergebnisse. Es gibt wieder zahlreiche Abiturzeugnisse mit einer Eins vor dem Komma, eins davon sogar mit der bestmöglichen Note von 1,0. Mit einer Durchschnittsnote von 2,53 wird das Albert-Einstein-Gymnasium wohl auch in diesem Jahr wieder besser abschneiden als der Landesdurchschnitt.

Christian Schmidt gab den Schulabgängern aber auch einige nachdenkliche Worte mit auf den Weg: „Es liegt an uns und nur an uns, was der Sinn unseres Lebens sein soll“, zitierte er den Philosophen Sir Karl Popper. Gerade dann helfe ein Wegducken vor Unkultur nicht. Es gehe darum, im Kampf für die offene Gesellschaft keinen Millimeter nachzugeben: „Wir brauchen den kritischen Geist, Ihre kritischen und kreativen Fähigkeiten, Ihren echten Individualismus, Ihre Persönlichkeiten. Wir brauchen Ihr Glück im Spiel des Lebens. Das schließt Klugheit nicht aus, ja schließt Klugheit ein.“ Poppers Pathos sei das Credo für das Heute, so Schmidt, denn daraus folge alles, wofür es sich zu kämpfen lohne: „Für die Demokratie, für die Freiheit, den Pluralismus, für die Offenheit, für die offene Gesellschaft, für eine Herrschaft der Vernunft, für Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit.“

Nach diesen eher ernsten Gedanken folgte eine sehr humorvolle und gelungene Ansprache der Abiturienten, welche von Elisabeth Hammer und vom AEG-Schülersprecher Hagen Langosch vorgenommen wurde. Beide unterhielten sich im Wechsel in einem stimmungsvollen Dialog über die Spannung nach der letzten Prüfung, ob am Tag nach der letzten Prüfung das Telefon klingelt – und die Schule „dran“ ist oder doch nur die Verwandten. Der Dank der Abiturienten ging insbesondere an die stellvertretende Schulleiterin und Oberstufenkoordinatorin Bettina Schröder-Brautlecht, den Lehrern und den Eltern. Das Einstein-Zitat „Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“ bildete den Abschluss.

Wie auf einer Abiturentlassung üblich, wurden auch Preise für besonderes Engagement und besondere Leistungen verliehen. In diesem Jahr war die Anzahl der Prämierungen am AEG besonders zahlreich. Für die Preise verantwortlich war, wie schon in den vergangenen Jahren, der Förderverein des AEG, der durch seinen Vorsitzenden Stephan Koß auch persönlich vertreten war. 

Für ihre Tätigkeit als Jahrgangssprecher wurde Hagen Langosch, Madeleine Spitta, Johanna Fette, Jacqueline König, Nick Heller, Paul Deutschmann, Verena Borchers und Larissa Bertram gedankt. Für „weiteres Engagement“ ausgezeichnet wurden im Bereich Musik erneut Hagen Langosch sowie Sven Bohr, Johannes Stock, Laetitia Horch, Felix Behling, Michelle Spraktis und Nele Wiechmann. Jahrgangsbeste mit Traum-Abiturschnitt waren Annika Weiß (1,0), Dogukan Kabayel (1,1), Nico Meyer (1,1), Aaron Hubrich (1,3), Larissa Bertram (1,4) und Josina Heidel (1,4).

Auch in einzelnen Fächern wurden Preise für besonders gute Leistungen verliehen. Die DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft) ehrte Josina Heidel, Aaron Hubrich, Dogukan Kabayel und Annika Weiß mit Buchpreisen und einer DPG-Mitgliedschaft. In Mathematik bekam ebenfalls Annika Weiß von der DMV (Deutsche Mathematische Vereinigung) ein Buch, eine Urkunde und eine einjährige Mitgliedschaft verliehen. In Chemie gab es von der Gesellschaft Deutscher Chemiker Urkunde, Buch und Ein-Jahres-Mitgliedschaft für Jessica Bruns, Josina Heidel und Dogukan Kabayel. Den Buchpreis der Fachgruppe Politik-Wirtschaft erhielt Nico Meyer, den Preis des Museums Hameln in Geschichte Larissa Bertram, den Prix Fénelon in Französisch Evelyn Sievers. Für besondere Leistungen im Fach Latein wurde Simon Lewald geehrt, im Fach Biologie Evelyn Sievers. In Erdkunde erhielt den „Abi-Geo-Preis“ des Vereins Deutscher Schulgeographen Malte Steingrobe, den Preis in Deutsch des Verbands deutscher Sprache nahm Josina Heidel entgehen.

Zu e-fellows wurden Dogukan Kabayel, Aaron Hubrich, Hagen Langosch, Nico Meyer, Larissa Bertram, Laetitia Horch, Annika Weiß und Josina Heidel ernannt. LCCI-Zertifikate des „London Chamber of Commerce & Industry“ erhielten Kim Bartz, Berit Bittner, Tom Jonas Busse, Marek Eltze, Sebastian Feier, Kai Herrmann, Svea Celine Kühne, Hagen Langosch, Simon Lewald, Minik Saylin Pauder, Lea Rimer, Ferdinand Steding, Canan Varan, Meike Weber und Jerry Zhang.

Das Bild zeigt die Ehrung der Abiturienten mit den besten Leistungen.

Cord Wilhelm Kiel

 

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