Zertifizierung des AEG als Schulungs- und Prüfungszentrum der
Europäischen Prüfungszentrale Hannover für den 'european computer passport'

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Xpert_Europaeischer_Computerpass Beliebt
Datum 2016-10-13 Dateigröße 3.4 MB Download 359 Download

(DEWEZET v. 19.10.2012)

In der 7 b steht Web 2.0 auf dem Lehrplan


Lehrmittel wie Taschenrechner oder Schulbuch:
Hier gehört das Notebook zur Ausstattung. Foto: ww

Hameln (ww). In der Klasse 7 b des Hamelner Albert-Einstein-Gymnasiums steht heute Web 2.0 auf dem Lehrplan. An einem Pult neben der Tafel sitzt Schülerin Tessa und präsentiert ihre Ausarbeitung. Via Beamer wird die Themenkarte, die die Siebtklässlerin an ihrem Laptop angefertigt hat, an die Wand neben der Tafel projiziert. Rund um den Oberbegriff stehen dort Vokabeln wie „soziale Netzwerke“, „Blogs“ und „Podcasts“ und jeweils daneben Tessas Einfälle. Die Liste zum Gebiet „soziale Netzwerke“ ist lang, Facebook, Schülerverzeichnis und Co. sind der Jugendlichen hinlänglich bekannt. Neben dem Begriff „Podcast“ allerdings klafft eine Lücke. „Was ein Podcast ist, weiß ich leider nicht“, entschuldigt sich Tessa.

„Wenn es um Internet und Computer geht, glauben die Schülerinnen und Schüler, schon ganz viel zu wissen“, erklärt Lehrerin Birte Bullerdiek. Tatsächlich aber denken die meisten von ihnen nicht groß darüber nach, dass jedes Foto, das auf eine Plattform wie Facebook hochgeladen und unter einer falschen Einstellung verwaltet wird, dass jeder ungeschickte öffentliche Kommentar global eingesehen werden kann, im Outback Australiens genauso wie von der eigenen Klassenlehrerin in Hameln.

Einmal in der Woche bekommt der siebte Jahrgang am AEG deshalb seit Beginn des Schuljahres eine Doppelstunde lang Unterricht im Umgang mit dem Computer. Vermittelt werden elementare Kenntnisse wie das Installieren von Programmen, das Anlegen eines Ordnungssystems und der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen persönlichen Daten im Netz.

„Heute habe ich die Schüler damit konfrontiert, was das Internet über sie preisgibt – das war einigen ganz schön peinlich“, sagt die Mathe- und Physiklehrerin. Allerdings wurde der Computer-Jahrgang am AEG nicht nur eingerichtet, um die Jugendlichen im Umgang mit dem Internet als Unterhaltungsmedium starkzumachen. „Ziel ist es, dass der Computer zur normalen Ausstattung eines jeden Schülers gehört“, sagt Schulleiter Wolfgang Weber, „dass er eines Tages wie Taschenrechner und Schulbuch zum Unterricht gehört.“

Vor Beginn des Schuljahres wurden die Eltern des siebten Jahrgangs befragt, ob Interesse an einer Modell-Klasse bestehe, an der der Einsatz neuer Technologien im Unterricht erprobt werde. „Die Eltern waren so angetan von der Idee, dass wir gleich einen ganzen Computerjahrgang ins Leben gerufen haben“, berichtet Weber weiter. Jeder Schüler einer siebten Klasse am AEG besitzt nun einen eigenen Laptop, den er sowohl in der Schule als auch zu Hause benutzen kann. Fabrikat oder Betriebssystem wurden nicht vorgeschrieben, diese Hürde bewusst niedrig gehalten. „So können die Schüler auch Geräte nutzen, die in der Familie sowieso schon vorhanden sind“, erklärt Weber. Zudem könne auf diesem Wege jeder Schüler teilnehmen – eine iPad-Klasse etwa wäre eine sehr erlesene Gruppe gewesen.

Eingesetzt wird der Laptop grundsätzlich in allen Fächern, beispielsweise zu Recherchezwecken oder um Präsentationen zu erstellen. Unterhaltungs-Seiten wie Facebook oder Youtube sind auf dem Schulgelände gesperrt, ein professioneller Jugendschutzfilter sorgt dafür, „so wird der Spaßfaktor verringert und der pädagogische Nutzen erhöht“, erklärt der zuständige Koordinator Dr. Michael Glaubitz. In ein paar Jahren, so hofft Schulleiter Weber, wird jeder Schüler an der AEG mit einem Notebook arbeiten. Die jetzigen Siebt- werden zu Achtklässlern mit Computern, im kommenden Schuljahr sollen auch eine oder mehrere fünfte Klassen „mobil“ gemacht werden. Weber: „So rüsten wir uns für die Zukunft.“

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