Im Herbst 2007 erzählte unsere Französischlehrerin uns von dem sogenannten Voltaire-Programm, einem einjährigen Austausch zwischen deutschen und französischen Schülern. Dieser wird vom deutsch-französischen Jugendwerk organisiert. Hierbei leben die französischen Schüler zuerst 6 Monate bei ihrem jeweiligen deutschen Austauschschüler und anschließend verbringen die Deutschen 6 Monate in der französischen Gastfamilie. Da ich mich sehr für Sprachen interessiere, habe ich mich sofort näher erkundigt. Ende 2007 habe ich meine Bewerbung abgeschickt, um an dem Austausch 2008 teilnehmen zu können. Die Bewerbung bestand aus persönlichen Angaben, wie zum Beispiel Hobbys, Allergien etc. und einem französischen Text, in dem man die Motivation, am Austausch teilzunehmen, ausführen sollte.

 

Im Januar wurde mir schließlich ein Austauschschüler zugewiesen, der schon Ende Februar nach Deutschland kam. Am Anfang gab es ein paar Verständigungsschwierigkeiten und er war etwas schüchtern, doch das legte sich relativ schnell. Wir verstanden uns sehr gut, auch wenn wir eigentlich ziemlich viele verschiedene Interessen hatten. Ebenso konnte ich ihn mit in meinen Freundeskreis nehmen, sodass wir viel miteinander unternahmen. Allerdings war er nicht in meiner Klasse, da ihm von seiner französischen Schule bestimmte Fächer genannt wurden, die er in Deutschland auf jeden Fall abdecken sollte.

 

In den Sommerferien fuhren wir zusammen mit einer organisierten Freizeit nach Holland zum Segeln. Nach diesem Urlaub blieben nur noch ein paar Tage bis er wieder nach Hause fuhr. Wir haben gemeinsam entschieden, nicht zusammen nach Frankreich zu fahren, sondern eine zweiwöchige Pause zwischen den beiden Auslandsaufenthalten zu lassen. So konnte er sich wieder in Ruhe in Frankreich einleben und ich konnte mich ausgiebig von meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland verabschieden. Als ich nach Frankreich, genauer gesagt Auxerre, kam, hatte ich noch zwei Wochen Ferien. In diesen beiden Wochen hat mein Austauschschüler mir schon viele seiner Freunde vorgestellt, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstand. Dadurch unternahmen wir auch in Frankreich sehr viel gemeinsam. Ich denke, dass die deutschen Schüler ein wenig im Vorteil sind, da sie ihren Austauschschüler schon ziemlich gut kennen und der Einstieg in Frankreich dadurch viel einfacher ist.

 

Da es mit den verschiedenen Klassen in Deutschland so gut geklappt hat, wählte ich auch mein Profil in Frankreich unabhängig von ihm und kam somit in eine andere Klasse. Auch meine Mitschüler waren sehr offen und ich fand schnell Anschluss in der Klasse, obwohl diese mit 35 Schülern sehr groß war. Trotzdem waren alle Lehrer immer sehr freundlich und hilfsbereit.

 

Glücklicherweise konnte ich auch in Auxerre meine Hobbys weiter ausführen.

 

 

Mit der Familie meines Austauschschülers hatte ich ebenfalls sehr viel Glück, da sie mir in allen Situationen gerne ihre Hilfe anboten. In den Herbstferien bin ich mit meinem Corres und seinem Vater an die Côte d’Azur gefahren, wo sie ein kleines Ferienhaus gemietet hatten. Die Weihnachtsferien haben wir zu Hause verbracht und über Weihnachten kamen die Großeltern zu Besuch.

Ende Januar war es für mich schon wieder an der Zeit, nach Deutschland zu fahren, die sechs Monate vergingen unheimlich schnell. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich wirklich froh bin, an dem Programm teilgenommen zu haben. Ich habe viele Erfahrungen gemacht, die französische Sprache und Kultur sehr viel besser kennen gelernt und viele tolle Menschen getroffen, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe. Ich denke, dass mein Austauschschüler und ich uns noch oft gegenseitig besuchen werden.

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