Betriebspraktikum mit dem Lycée FENELON (Paris) vom 12.01. – 28.01.2005

 

 

Seit dem Jahre 2000 ermöglicht das Albert-Einstein-Gymnasium in Zusammenarbeit mit seinem Partnergymnasium FENELON ein 3-wöchiges Betriebspraktikum in Pariser Betrieben.
Im Januar 2005 nahmen sechs Schüler und Schülerinnen der 11. Jahrgangsstufe diese Herausforderung an. Sie waren in Zeitungsredaktionen, Projektplanungsbüros, Modeboutiquen, Modehäusern und Kindergärten tätig.

Ihre Praktikumsberichte bringen uns sehr anschaulich eine ungewohnte, landestypische Arbeitswelt nahe. Es sind beeindruckende Zeugnisse im Schnittpunkt von Weltstadt, Gastfamilie und Arbeitsalltag.

 

Birte (Modehaus MORGAN):

"... Im Betrieb wurde ich oft mit typischen Praktikantenarbeiten, wie Kopieren, Pakete abholen etc., beschäftigt. Doch manchmal bekam ich auch anspruchsvolle Arbeiten, bei denen selbstständiges Handeln gefordert war, wie z.B. das Herstellen eines MORGAN-Logos als Aufdruck auf eine Jeans-Gesäßtasche.
... Eines der Highlights meines Praktikums in Paris war der Besuch eines "Salons" (ähnlich wie eine Modemesse) am letzten Tag meines Praktikums. Hier präsentierten auf einer unvorstellbar großen Fläche Labels aus aller Welt ihre neuen Kollektionen. Die Bandbreite der vertretenen Marken reichte von bekannten Edeldesignern bis hin zu aufstrebenden und meist sehr ausgeflippten Jungdesignern ..."

Sina (Ecole FÉNELON):

" ... Andere Aufgaben als im gewöhnlichen Alltag kamen auf mich zu, mit denen ich lernen musste umzugehen. Ich habe durch das Praktikum an der Grundschule in Paris eine gute Chance gehabt, einen Einblick in das Berufsleben eines Grundschullehrers zu bekommen und kann mir nun ein eigenes Bild über diesen Beruf machen.
... Ich fühlte mich während der drei Wochen meines Praktikums wie eine Auszubildende. Ich durfte viele Dinge erledigen, mit denen ich zuvor nicht gerechnet hatte. Der direkte Kontakt mit den Kindern hat mir viel Freude bereitet. Mit den Lehrern habe ich mich auch gut verstanden und das Arbeitsklima war angenehm ..."

Matthias (Redaktion Jugendzeitung ACTU):

" ... Alle meine Befürchtungen in Bezug auf die französische Familie lösten ich in Luft auf, denn der Empfang, den mir Madame B. bereitete, war so familiär, dass ich mich sofort wohl fühlte- dabei war gerade einmal eine Stunde seit meiner Ankunft in Paris vergangen.
... Am ersten Tag meines Praktikums begleitete mich Mme B. zu meinem künftigen Arbeitsplatz, nahe der "Place de la Bastille". Auch hier wurde ich freundlich empfangen. Heute war der französische Musiker Calogero zum Interview eingeladen und ich machte mich daran, eigens dafür von mir vorbereitete Fragen noch einmal zu überprüfen.
... Nicht nur deshalb habe ich meinen Aufenthalt bei ACTU genossen, denn es war des weiteren möglich an Pressepreviews kommender Kinofilme teilzunehmen und diese zu bewerten oder neue Fernsehserien auf ihre Eignung für Jugendliche hin zu überprüfen. Besonders hat mich begeistert, einen eigenen Artikel verfassen zu dürfen, der anschließend veröffentlicht wurde ..."

Julia (Projektplanungsbüro IDEE FUTUR):

"... Nachdem ich diese manchmal auch "nervtötende" Arbeit vollbracht hatte, vertraute mir der Chef einige seiner Projekte an. So bin ich auch ins Gespräch mit anderen Mitarbeitern gekommen und wir haben uns viel über Projekte und Kunden unterhalten... Ich habe zwar schnell gemerkt, dass dieser Beruf eher nichts für mich ist, dennoch würde ich das Praktikum und den Paris-Aufenthalt als sehr gelungen bezeichnen. Meine Familie war jederzeit für mich da und hat mir viel Vertrauen entgegen gebracht. Ich konnte mich jederzeit in Paris frei bewegen..."

Barbara (Modeboutique EDENPARK):

"... Glücklicherweise bestand mein Aufgabenbereich neben 'Kleider in Regale einräumen' auch in der Kundenbetreuung. Anfangs war es schwer den Fragen der Kunden zu folgen und ihnen entsprechend zu helfen, da ich Sortiment und die Gliederung des Geschäfts erst noch kennen lernen musste. Aber schon am dritten Tag machte es mir Spaß auf Kunden zuzugehen und ihnen zu helfen. Ja, ja, wenn ich mich an so manche Kundengespräche erinnere, muss ich schon schmunzeln. Oft kam es nämlich zu lustigen Smalltalks, weil man natürlich hörte, dass ich keine 'fille parisienne' war ...
Innerhalb der Familie fühlte ich mich wie das rote Gummibärchen, das die Haribotüte ergänzte: im Prinzip pudelwohl und auch sofort integriert..."


top

Kathrin (Kindergarten FENELON Tocqueville):

"... Manchmal war es erschreckend, wie wenig Respekt so ein kleiner Mensch einem Erwachsenen, der noch dazu seine Erzieherin war, gegenüber haben kann. Dann wird mit Apfelmus gespritzt oder in die Hose gemacht und man bekommt von seiner Maîtresse lautstark die Meinung gesagt...
Wir haben zusammen Obstsalate gemacht und Kuchen gebacken, damit die Kinder sich vorstellen können, wie viel Arbeit und Zeit ihre Mütter in solche Dinge investieren...
Die Zusammenarbeit mit den beiden Erzieherinnen hat mir sehr viel Spaß und Freude bereitet. Ich habe auf diesem Weg viele Erfahrungen gesammelt und gemerkt, dass es sich letztendlich lohnt, diese große - auch sprachlich bedingte - Belastung auf sich zu nehmen..."

Schüler und Schülerinnen:

Birte-Kristin GERLACH / Arnaud RIBIERE Julia JAHN-PABEL / Juliette FAYARD / Barbara MAAR / Lucile TRONEL Matthias PANITZ / Julien BRU / Kathrin SIEGMUND / Morgane BARDON / Sina WARNEKE / Pierre-Axel ABERG

 

Grundlagen und Ausblick

Das Betriebspraktikum in Paris findet zeitgleich mit dem Praktikum der Jahrgangsstufe 11 statt.
Es können 6-10 Teilnehmer der Klassen 11 im Schüleraustauschmodell betreut werden.
Im Januar 2006 werden zehn Praktikanten des Einstein-Gymnasiums nach Paris fahren.
Die französischen Praktikanten sind im Juni 2006 zu Gast in Hamelner Betrieben.

 

Autor: Rainer Dannenberg

 

Zum Seitenanfang